BERICHT VON DER FANVERTRETERVERSAMMLUNG DER OFFIZIELLEN
FAN-CLUBS VON EINTRACHT FRANKFURT 2012

Sonntag, der 13. Mai 2012
Aula der Pestalozzischule in Frankfurt-Riederwald
14:00 – 17:00 Uhr

Anwesend:
FSG (Ina, Roger, Micha, Niko)
Vertreter von 79 EFCs/ca. 134 Personen

Später hinzugekommen:
Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG: Heribert Bruchhagen, Dr. Thomas Pröckl,
Klaus Lötzbeier
Fanbetreuung der Eintracht Frankfurt Fußball AG: Ben Vogt, Marc Francis

Teil I: Tätigkeitsbericht des FSG

Zulassungen:
Gegenwärtig gibt es 657 offizielle EFCs, etwa 26.000 Eintracht-Fans sind in den EFCs
organisiert.
Im Probejahr befinden sich derzeit 27 EFCs, endgültig zugelassen wurden seit dem letzten
FVV 30 EFCs.

Ordentliche Tätigkeit:
Das FSG trifft sich zweimal im Monat zu fest anberaumten Sitzungen.
Zusätzlich finden Treffen anlässlich aktueller Themen statt, wie z.B. Fanbeirat, Fan- und
Fanclubs oder Besprechungen vor bestimmten Spielen oder Veranstaltungen.
Etwa 900 E-Mails sind von den EFCs eingegangen (inkl. Anträge),
versendet wurden ca. 13.000 Mails und sieben Fanbriefe.
Anmerkung falls Fanbriefe einzelne EFCs nicht erreichen:
Der Brief wird über ein Newsletter-Tool versandt. In der Mail ist unten ein Link, in dem man
den Brief abbestellen kann. Es kam vor, dass dieser Link irrtümlich geklickt wurde. Falls
man keinen Brief erhält, bitte eine E-Mail senden.
Anträge und Emailadressen haben das FSG phasenweise sehr intensiv beschäftigt, was
vor allem daran liegt, dass die Handschriften der Antragsteller nicht immer adäquat lesbar
waren – also zukünftig bitte deutlicher schreiben!

Kassenbericht
Nach den üblichen Ausgaben (Kontoführung, Spritgeld, Druckerzubehör) sind aktuell
272,59 € auf dem Konto. Die Kassenführung wurde geprüft und bestätigt.
Unsere bisherige Kassenprüferin Gabi Schön (EFC Hessen Nassau) hört, aus
persönlichen Gründen, auf. Dietmar Kottler (EFC Mainhattan 98) bleibt aber im Amt und
wurde von der FVV bestätigt.

Derzeitiger Stand der Iniative des FSGs bzgl. der Änderung der Gästefananreise
Gästefans, die mit Sonderzügen anreisen, werden von der Polizei über den Bahnhof
Stadion und die Flughafenstraße hinter der Gegentribüne zum ihrem Block geführt.
Gerade bei Risikospielen führt das zu einer erheblichen Einschränkung für uns, die auch
über den Bahnhof kommen, sich dort an den Verkaufsständen oder am Bistro Reflex
aufhalten. Das ist ja einer der Hauptwege zum Stadion, der zeitweise sogar komplett
gesperrt wurde.

Die Polizei wünscht nun, dass die Flughafenstraße komplett frei gehalten wird, also die
Verkaufsstände verschwinden und das Bistro Reflex an Spieltagen geschlossen bleibt.
Das ist für uns nicht hinnehmbar, da uns diese Maßnahme die Möglichkeit nimmt, uns vor
den Spielen zu unseren Treffpunkten im Stadionumfeld zu begeben und dort zu verweilen.
Wir fordern deshalb, dass die Züge mit den Gästefans zu einem anderen Bahnhof, z.B.
Neu-Isenburg, geleitet werden und dort Shuttle Busse direkt zum Gästeblock fahren.
Es gab bereits schon einige Treffen in dieser Sache, aber viele Faktoren, die beim
Zusammenspiel der Bundespolizei, der Deutschen Bahn AG, Eintracht Frankfurt Fussball
AG sowie der örtliche Polizei zu berücksichtigen sind, machen es uns nicht einfach.
Wir sind auch weiterhin in intensiven Gesprächen mit den verantwortlichen Beamten /
zuständigen Personen und wir bleiben an der Sache dran, auch wenn das einigen nicht
passt.


Teil II: Offene Diskussionsrunde

Auf Grund eines nicht gerade besseren Saisonverlaufs als in der Saison davor, sah das
FSG den Zeitpunkt für eine interne Aussprache der offiziellen EFCs, um die weitere
Vorgehensweise im Umgang mit den derzeitigen Verhältnissen gemeinsam zu
besprechen.

Da es eine offene und kontroverse Gesprächsrunde sein sollte, wurde (wie im Vorfeld der
FVV mitgeteilt) darauf verzichtet andere Fangruppen einzuladen.
Die Diskussionsrunde war offener und direkter als im letzten Jahr und im Laufe dieser gab
es auch Kritik an unserer Arbeit. Es wurde bemängelt, dass wir unseriöse oder falsche
Presseberichte weder berichtigen, noch kommentieren. Dazu ist von unserer Seite ganz
klar betont worden, dass dies nicht unsere Aufgabe ist:
Hierfür ist definitiv Eintracht Frankfurt zuständig.

Desweiteren wurde eine klare Positionierung des FSGs gegen Pyrotechnik / Böller
vermisst. Im Laufe der Diskussion konnte man feststellen, dass es keine einheitliche
Meinung bzgl. dieses Themas im Saal gibt und somit eine klare Position unsererseits nicht
möglich ist.
Eine Seite sprach davon, Pyrotechnik und Fans, die diese benutzen, „auszumerzen“, die
anderen plädierten für Gespräche und Toleranz.


Auf Grund der unterschiedlichen Sichtweisen fühlen wir uns aber in unserer bisherigen
Vorgehensweise bestätigt, da es nicht immer und in jedem Punkt möglich ist, alle
Meinungen in einer Stellungnahme zufriedenstellend zu vertreten, wobei sich der Großteil
der EFCs deutlich gegen Böller, Leuchtspur und Gewalt ausspricht!
Letztendlich kann jeder Einzelne seinen Teil zur Verbesserung der Situation beitragen.
Die EFC's sollten in ihren eigenen Reihen auf sich und ihre Leute achten und bei
Fehlverhalten die Mitglieder auch mal zur Rede stellen und zur Not intern sanktionieren.
Unsere Kritik an den Feierlichkeiten am Römer wurde von vielen gestützt und verstanden,
es gab aber auch die Aussage, dass man sich dadurch in gewisser Weise bevormundet
fühle.


Es wurde der Beschluss gefasst eine Arbeitsgruppe zu gründen die sich mit der Thematik
intensiver beschäftigt und ein erstes Treffen mit interessierten EFCs der diesjährigen FVV
wurde für die Sommerpause angedacht (das erste Treffen hat bereits stattgefunden).


III: Vorstand der EF AG und Fanbetreuung

Nach einer Unterbrechung der Sitzung wurden die neu eintreffenden Gäste begrüßt.

Grußwort von Herrn Lötzbeier


Herr Lötzbeier gibt mit dem 31.05 sein Amt als ehrenamtlicher Vorstand mit der
Verantwortung für die Fanarbeit ab und er selbst sagte, dass es eine schwierige Zeit für
ihn war.
Von Seiten der Fans gab es den Wunsch sich mehr für sie einzusetzen, von Polizei und
der Politik kam der Vorwurf, nicht genug gegen die „Chaoten“ zu machen und er saß oft
genug zwischen den Stühlen. Er gab eine Fehleinschätzung seinerseits zu, da er dachte
man könnte statt den formellen Gesprächen in großer Runde besser direkt mit den
einzelnen Fangruppen sprechen, was aber nicht die erwünschten Ergebnisse gebracht
hat.
Zudem bedauert er, dass die UF momentan überhaupt nicht mehr direkt ansprechbar ist.
Er selbst zieht für sich das Fazit, dass er immer zu seinem Wort gestanden und offen
gesprochen hat.
Außerdem ist er auch weiterhin jederzeit gerne in seiner Funktion als Präsidiumsmitglied
der e.V. für die Fans ansprechbar.


Grußwort von Herrn Bruchhagen


Herr Bruchhagen war am Vorabend der FVV beim Pokalfinale und er war sehr beeindruckt
von dem dortigen Fußballfest. So etwas wünscht er sich, auch mal wieder mit der
Eintracht zu erleben!
Auf die Frage, wie denn die Vorstandsarbeit in der neuen Konstellation zukünftig aussieht,
ging er auch ein.


Axel Hellmann wird neben den Finanzen auch die Zuständigkeit für die Fanarbeit
übernehmen, aber auch er selbst wird sich weiter intensiv mit den Fans beschäftigen, da
diese in den Vorstandssitzungen nach wie vor einen großen Anteil einnimmt -
formal ist Herr Hellmann also der Ansprechpartner, aber auch Herr. Bruchhagen steht
jederzeit für Fanbelange zur Verfügung.


Das letzte Geschäftsjahr war nach langer Zeit erstmals wieder ein Verlustjahr, was vor
allem durch den Abstieg überraschend kam, aber letztlich gut bewältigt wurde.
Mit Bruno Hübner wurde ein Manager eingestellt, der Kader musste in kurzer Zeit
verändert werden und der Aufsichtsrat konnte vom Konzept der Kontinuität überzeugt
werden. So wurde der Wiederaufstieg aktiv angegangen, ein Defizit bewusst einkalkuliert
und letztlich wurde die Saison erfolgreich abgeschlossen - vorübergehende Bedenken,
die nach dem Paderbornspiel aufkamen, verflogen sehr schnell wieder.
Nach dem vorzeitigen Aufstieg in Aachen wurde sofort mit den Planungen für die erste
Liga, mit der Frage „wie muss der Kader unter Berücksichtigung der finanzielle Lage neu
gestaltet werden?“, begonnen.


Eintracht Frankfurt befindet sich in einer finanziell sicheren Lage, man ist schuldenfrei und
damit kreditwürdig. Hr. Bruchhagen betonte aber wieder einmal, dass es wenig sinnvoll
sei, sich durch eine Verschuldungspolitik in Schwierigkeiten zu bringen, auch wenn er
dadurch in der Öffentlichkeit als „Sparbrötchen“ da steht.
Das nachhaltige und dauerhafte Etablieren in der Bundesliga hat für ihn oberste Priorität!
Für die finanzielle Situation ist das Finden eines neuen Hauptsponsors von großer
Bedeutung. In den Gesprächen merkt man allerdings, dass das Verhalten der Fans für die
Außendarstellung des Vereins und damit auch für die eines möglichen Sponsors von
großer Bedeutung ist. Er wurde des Öfteren auf die Fans angesprochen und somit schlug
er den Bogen zu der Wahrnehmung der Fans.

Auf der einen Seite beeindruckt der Support, Choreographien wie z.B. gegen 1860 seien
einzigartig.
Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Aktionen, die er nicht nachvollziehen kann:
„Wie kann es sein, dass beim Aufstieg in Aachen als erstes eine Werbebande zerstört
wird?“
Er selbst hat früher Pädagogik studiert und sich mit Jugendlichen und deren Bewegungen
auseinander gesetzt. Es gibt bei den Jugendlichen immer oppositionelle Bewegungen, die
Aufmerksamkeit und Anerkennung suchen und er betonte „wir alle wollen
Aufmerksamkeit“ und die Suche nach Aufmerksamkeit ist auch die Suche nach Liebe.
Aber wer den Fußball liebt, der kann nicht randalieren, wer Eintracht Frankfurt liebt, der
schadet seinem Verein nicht.
Es muss darum gehen, dass die Leute wieder wegen Eintracht Frankfurt zum Fußball
kommen!


Grußwort von Herrn Dr. Pröckl

Dr. Pröckl scheidet nach zwölf durchaus bewegten Jahren ebenfalls aus dem Vorstand der
EF AG aus.
Die Anfangsjahre waren turbulent, Führungschaos, Ausgründung der Kapitalgesellschaft,
Lizenzkrimi, an der Seite von Heribert. Bruchhagen ist es ihm gelungen „mitzuhelfen, die
Eintracht zu stabilisieren.“
Gerungen wurde in seiner Amtszeit auch intensiv, „vor allem um die Dauerkartenpreise“.
Er hatte aber immer das Gefühl, dass der gemeinsame Wille, sich für Eintracht Frankfurt
einzusetzen uns geeint hat.
Er freut sich nun darauf, als Fan ins Waldstadion zu gehen.

Grußwort der Fanbetreuung, Ben Vogt und Marc Francis

Auch für die Fanbetreuung fing die Saison turbulent an, was vor allem an dem Ende der
vorhergehenden Saison und den diversen Vorfällen lag.
Sie mussten erst das geschehene aufarbeiten und sind ebenfalls in die zweite Liga hinein
gestolpert und mussten sich erst sortieren. Im Endergebnis sind sie mit dieser Saison
recht zufrieden, da sie letztlich besser gelaufen ist, als viele es ihnen prognostiziert haben.
Und das, obwohl es auch hier wieder Herausforderungen gab.
Die neue Saison wird weiterhin intensiv sein, sie müssen kommunikativ hart arbeiten. Es
gibt keine Patentlösungen, Probleme können nur durch Gespräche angegangen werden.


Teil IV: Offene Fragerunde mit der EF AG

„Fanproblematik:“

  • Mediale Darstellung der Fans in den Medien, Beispiel „Wasserwerfer“ in der sid-
    Meldung zum 1860-Spiel: Eintracht Frankfurt hat der Darstellung des sid, dass ein
    Wasserwerfer im Einsatz war sofort widersprochen, diese Meldung wurde zurück
    gezogen, aber sie war nun Mal schon draußen und wurde öffentlich
    wahrgenommen.

     
  • Auf die Frage, warum die EF AG diesen Widerruf nicht so veröffentlichen ließ, ging
    Bruchhagen mit einer Gegenfrage ein:
    „Ich betone seit fünf Wochen, dass Helmes kein Thema mehr ist“.
    Die Presse hingegen interessiert die Wahrheit dahingehend nicht, sie schreiben das
    trotzdem.
  • Warum man nicht gegen „die paar Hanseln“ vorgeht?
    Stadionverbote und Auswärtssperren sind keine Patentlösungen.
    Stadionverbote gelten in der Szene fast schon als Statussymbol.
    Man muss anders an die Problematik herangehen, da es sich um ein
    gesellschaftliches Problem handelt, das viele Jugendliche betrifft. Klar ist, wer
    erwischt wird, soll bestraft werden. Dafür gibt es entsprechende Gesetze und
    Regeln.

     
  • Was können die Fans tun?
    Es gab eine Initiative von Fanklubs eine Aktion gegen Gewalt zu machen. Die
    wurden dann jedoch daraufhin bedroht und haben die Aktion zurück gezogen.

     
  • Wie hoch war der bisherige finanzielle Schaden durch Fanverhalten?
    50.000 € . Kommende Sanktionen durch den DFB: Es gibt noch vier Vorfälle, die abgearbeitet
    werden müssen (Fortuna, Aachen, 1860, KSC). Das Sportgericht verfolgt eine
    konsequente aber faire Linie, d.h. es gibt keine Bevorzugungen oder
    Benachteiligungen. Ein Geisterspiel ist nicht zu befürchten
    Kriterien zur Strafbemessung:
    Erstmal der Einsatz von Pyrotechnik an sich,
    verschärfend kommt hinzu, wenn Pyrotechnik in den Innenraum fliegt,
    der Einsatz von Böllern setzt noch einen drauf.
    Und ein Platzsturm, egal aus welchen Motiven, wiegt am schwersten.
  • Es wurde aus dem Plenum der Wunsch geäußert, dass die EFAG öfter betont, dass
    99% der Fans vollkommen in Ordnung sind. Dazu wurde geäußert, dass Eintracht
    Frankfurt vielleicht nicht die besten Fans der Welt , aber die leidensfähigsten hat.


    Verschiedene Punkte:
  • Zum Interviewabbruch von Bruchhagen bei dem Platzsturm in Aachen:
    Er ist nicht davon gelaufen, sondern als ranghöchster Vertreter von Eintracht
    Frankfurt musste er in diesem Moment seiner Verantwortung als Ansprechpartner
    für die Sicherheitskräfte gerecht werden. Er selbst hat sich noch nie bedroht gefühlt,
    weder in Sachsenhausen noch in Aachen.
  • Spendenaktion DKMS:
    Alle in den Gremien hielten diese Aktion für eine gute Sache. Aber dann ging man
    damit raus und es wird einem nur um die Ohren gehauen. Sie waren von den
    Reaktionen überrascht.
  • Eintracht-Fernsehen, wäre das von der AG aus ein interessantes Projekt?
    Bruchhagen ist da skeptisch. Es entstünden Kosten, man könnte damit versuchen,
    die SGE gut darzustellen, aber eigentlich tun das schon die Medien ausführlich.
    Wo soll der Mehrwert sein? Von der Aussicht, dass da jeden Tag drei, vier Leute mit
    Kamera herum laufen, ist Bruchhagen nicht begeistert, ganz ausschließen will er
    es nicht.

     
  • Investitionen in die Mannschaft:
    Die AG wird sich nicht verschulden.
    Man ist sich sicher, mit den bestehenden Mitteln eine konkurrenzfähige Mannschaft
    aufzustellen, die sich Schritt für Schritt nach oben arbeiten kann. Es ist manchmal
    schwer, das Handeln innerhalb seiner Möglichkeiten mit den Wünschen von außen
    in Einklang zu bringen.
  • Stadionmiete:
    Man bemüht sich bereits jetzt, die Konditionen günstiger zu gestalten, man wird
    aber auch jeden Fall nach Auslaufen des jetzigen Vertrages einen besseren
    aushandeln. Man ist zwar im Moment gegenüber Vereinen mit eigenen Stadien im
    Nachteil und der Steuerzahler profitiert im Moment, dies wird sich aber bei einem
    Alter von 20-25 Jahren wieder drehen, wenn die Bausubstanz saniert werden muss.
    Da hat man das als Mieter wieder leichter.

 

 

Teil V: Verabschiedung der ausscheidenden Vorstandsmitglieder der EFAG und
Übergabe der Urkunden an die neu zugelassenen EFCs.

Ende der Veranstaltung

 
    

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